Zwischen den beiden Museumsbauten erhebt sich das Maria-Theresien-Denkmal über die Gartenflächen. Vom Rand des Platzes erkennen wir zuerst die sitzende Herrscherin und die Reiterfiguren rund um den Sockel. Beim Näherkommen werden aus den dunklen Umrissen einzelne Gesichter, Hände und Gewandfalten. Der Regen legt einen feinen Glanz auf die Oberflächen.
Ein Denkmal aus einer späteren Zeit
Maria Theresia regierte die Habsburgermonarchie von 1740 bis 1780. Das Denkmal entstand jedoch erst zwischen 1874 und 1888 im Auftrag Kaiser Franz Josephs I. Es zeigt damit auch, wie das späte 19. Jahrhundert an ihre Herrschaft erinnern wollte.
Caspar von Zumbusch schuf die plastische Gestaltung, Carl von Hasenauer die Architektur des Monuments. Am 13. Mai 1888 wurde es feierlich enthüllt. Mit einer Gesamthöhe von 19,36 Metern prägt es die Mitte des Platzes. Wir betrachten es zunächst aus einiger Entfernung, damit die Beziehung zwischen dem hohen Sockel, den Figuren und den umgebenden Museumsfassaden sichtbar bleibt.
Geschichte in Figuren und Gesten
Die Herrscherin sitzt erhöht über Persönlichkeiten aus Politik, Verwaltung, Militär, Wissenschaft und Kunst. Vier Reiterstandbilder umgeben das Monument. Weitere Figuren und Reliefs verteilen sich auf die Seiten des Sockels.
Wir gehen langsam um das Denkmal herum. Von jeder Seite ergibt sich eine andere Anordnung: Eine Figur hebt sich gegen den hellen Himmel ab, eine andere steht vor der dunkleren Bronze eines Reliefs. Hände und Blickrichtungen verbinden die dargestellten Menschen miteinander. Für unsere Bilder suchen wir Standpunkte, an denen sich diese Gesten erkennen lassen und die Figuren möglichst wenig überlagern.
Bronze, Stein und regennasses Licht
Aus der Nähe treten die Unterschiede zwischen den Materialien hervor. Auf vorspringenden Formen sammelt sich Licht, während Vertiefungen dunkel bleiben. Regentropfen betonen einzelne Kanten. Der steinerne Unterbau bildet dazu grössere, ruhigere Flächen.
Eine Gesamtansicht und ein enger Ausschnitt erzählen deshalb Unterschiedliches. Die Übersicht zeigt das Denkmal als Mittelpunkt des Platzes. Im Detail beschäftigen uns eine Gewandfalte, eine Hand oder das Profil eines Gesichts. Zum Abschluss treten wir wieder zurück. Zwischen den Museen erscheint das Monument erneut als geschlossene Form – nun mit vielen Einzelheiten, die wir vorher noch nicht bemerkt hatten.
