Mitten in der Wiener Altstadt erhebt sich der Stephansdom über den Stephansplatz. Sein hoher Südturm und das gemusterte Dach bestimmen die Silhouette. Beim näheren Hinsehen tritt neben dem grossen Ganzen eine Fülle kleiner Formen hervor: gegliederte Steinflächen, Fenster, Bögen und Figuren.
Ein Bauwerk aus vielen Jahrhunderten
Der heutige Dom entstand in mehreren Bauphasen. Bereits 1147 wurde eine erste romanische Stephanskirche geweiht. An der Westseite erinnern das Riesentor und Teile der Heidentürme an die romanische Baugeschichte.
Im 14. Jahrhundert veränderte der gotische Ausbau die Kirche grundlegend. Der Albertinische Chor wurde 1340 geweiht. Mit der Vollendung des Südturms 1433 erhielt St. Stephan eines seiner markantesten Merkmale. Der Turm erreicht eine Höhe von rund 136,4 Metern.
Die Einordnung als Gotik beschreibt deshalb wesentliche Teile des Doms, aber nicht jedes Detail. Auch spätere Zeiten hinterliessen ihre Spuren: Der Hochaltar wurde 1647 geweiht und gehört zum Barock.
Den Blick über die Fassade wandern lassen
Für unsere fotografische Entdeckung wechseln wir zwischen Übersicht und Ausschnitt. Eine weite Ansicht zeigt den Dom im Stadtraum. Näher am Gebäude lösen sich einzelne Formen aus der Fassade: ein Fenster, eine Reihe von Bögen oder das Zusammenspiel von hellem Stein und tiefen Schatten.
Besonders aufschlussreich ist der Vergleich zwischen der Westseite und den gotischen Bauteilen. Er macht sichtbar, dass der Dom über Jahrhunderte gewachsen ist. Dem Südturm widmen wir eine eigene, untergeordnete Entdeckung.
Zerstörung und Wiederaufbau
1945 wurde der Stephansdom durch einen Brand schwer beschädigt. Der historische hölzerne Dachstuhl ging verloren; beim Wiederaufbau erhielt das Dach eine Stahlkonstruktion. Am 26. April 1952 wurde der Dom feierlich wiedereröffnet.
Sein heutiges Erscheinungsbild erzählt damit auch von Erhaltung und Wiederherstellung. Was auf den ersten Blick wie ein geschlossenes mittelalterliches Bauwerk wirkt, trägt die Spuren vieler Generationen.
